Jeet Kune Do Aachen Shouraki Jun Fan Wing Chun Kung Fu - Kali Escrima

Kampftechniken


Wir gehen davon aus das es in einem Straßenkampf 8 Distanzen geben kann, in denen unterschiedliche Kampftechniken angewandt werden. Wenn wir in einem Straßenkampf überstehen wollen, müssen wir also in der Lage sein uns in jeder dieser Distanzen gegen die verschiedensten Angriffe zu verteidigen. Gehen wir nun näher auf diese Distanzen ein, so stellt sich heraus das es sich um die Stock-, die Tritt-, die Panatukan-, die Box- und Trappingdistanz, sowie die Distanz am Mann, den Take down und das Grappling handelt. Zunächst lernt der Schüler zwar wie man Hebel oder Würgetechniken am Boden ausführt bzw. wie ein Ringer, Shoot-Wrestler, Sambo-, Jiu-Jitsu- oder Luta Livre Kämpfer es tun würde. Aber wir versuchen erst gar nicht in diese Distanz zu kommen, und wenn dann schlagen und treten wir und versuchen nicht uns lange mit Hebeln aufzuhalten. Wir trainieren deshalb vor allem uns aus den Griffen solcher Leute befreien können. Denn es kann sehr unangenehm werden, wenn Du auf dem Boden liegst und jemand spielt mit deinem Kopf Fußball. Darum am besten gar nicht erst in so eine Situation kommen, aber wenn doch, dann so schnell wie möglich wieder auf die Füße, damit man weiter kämpfen, oder fliehen kann. Für das Ringen und Werfen gilt das gleiche: am besten gar nicht erst in diese Situation kommen, denn von hier geht es auf den Boden! Aber wenn wir doch in diese Distanz geraten, dann wollen wir wenigstens wissen was der Gegner in so einer Situation alles machen kann und wie wir uns dagegen wehren können. Die Distanz vor dem werfen, der Punkt an dem die meisten Schlägereien beginnen ist unser eigentliches zuhause. Hier kommen unsere Chi Sao - und Trappingtechniken zum Einsatz, die die Basis des JKD sind. Hier können wir den Gegner entweder kontrollieren oder ihn in Sekundenbruchteilen ausschalten, bevor er überhaupt in der Lage ist seinen Angriff zu beenden. Wenn wir uns in der Box-, bzw. Kickboxdistanz befinden, benutzen wir zwar unter anderem Techniken aus dem Boxen, Kickboxen oder Muay Thai, aber wir wenden sie anders an! Wir haben nicht vor Punkte zu machen um irgendeinen Ringrichter zu beeindrucken, sondern wir gehen davon aus, dass wir unser Leben oder das von jemand anderem verteidigen müssen. Deshalb ist es uns auch lieber wenn wir die Arme und Beine des Angreifers schon vorher durch PANATUKAN zerstören können. Die philippinische Kunst des " Lang-Arm-Boxens" kann einen Kampf sehr schnell beenden. Denn wer seine Arme nicht mehr spürt ist auch nicht in der Lage weiter mit ihnen anzugreifen. Genauso wie wir trainieren aus allen Positionen und Winkeln zu schlagen, so müssen wir auch in der Lage sein aus allen Positionen mit zerstörerischer Wirkung zu treten. Wenn wir treten, dann keine hohen Tritte oder akrobatische Sprungeinlagen. Wir lernen sie zwar, aber nur als Gleichgewichts-, und Koordinationsübung. Wir können uns den Boden auf dem wir kämpfen müssen selten aussuchen, also kann es sehr schnell passieren dass wir wegrutschen, und das kann uns teuer zu stehen kommen! Nach Möglichkeit versuchen wir den Unterleib des Gegners, oder seine Beine zu treffen. Wir müssen Ihn schon in der Vorwärtsbewegung stoppen können, bevor er es überhaupt schafft an uns heran zu kommen. Wenn dich jemand mit einem Baseball-Schläger angreift, merkst du ziemlich schnell, dass ein leichter und zerbrechlicher Rattan-Stock eine ganz andere Sache ist! Gut, wir verprügeln uns beim Training nicht mit Baseball- Schlägern sondern lernen die Techniken des Kali/Escrima, aber unter einem etwas anderen Gesichtspunkt (siehe Baseball-Schläger...)! Dadurch merkt man schnell, dass viele, komplizierte Techniken nichts bringen, da sie sowieso im Ernstfall nicht funktionieren. Um es abschließend noch einmal zusammen zu fassen: Egal in welcher Distanz wir uns befinden und welche Technik wir einsetzen, wir tun es um unser Leben oder das von anderen Leuten zu schützen. Damit wir die Techniken die wir lernen auch im Ernstfall anwenden können, trainieren wir sie Intensiv im Sparring unter annähernd realen Bedingungen. Es ist klar dass man keinen Straßenkampf im Training realistisch nachstellen kann, ohne dass einer oder mehrere Leute dabei verletzt werden. Aber wenn man ernsthaft mit Schutzausrüstung trainiert kommt man doch nah an eine reale Situation ran, ohne sich ernsthaft zu verletzen. Nicht die Technik ist ausschlaggebend, sondern der Wille und die Motivation mit der sie ausgeführt wird.